Was passiert nach dem Tod?

Sterben muss jeder einmal. Doch über den eigenen Tod nachzudenken, tut niemand wirklich gerne. Tot zu sein ist etwas sehr unangenehmes, also denken wir nicht weiter darüber nach und verdrängen die Gedanken daran. Im Laufe unseres Lebens werden wir jedoch immer wieder mit dem Tod von Menschen konfrontiert. In solchen Momenten machen wir uns zwangsläufig doch Gedanken über das Sterben und vor allem stellen wir uns die Frage: Was passiert nach dem Tod mit uns? Eine Frage, auf die niemand eine Antwort weiß. Oder doch?

Die biologische Seite des Todes

Was passiert nach dem Körper und der Psyche, wenn das Leben aus uns weicht? Der Beginn des Sterbens kann nicht eindeutig festgelegt werden. Irgendwann steigen die lebenswichtigen Organe aus und versagen ihren Dienst. Manchmal geht das sehr schnell. Doch meistens dauert der Prozess lange. Stunden, oder auch Tage. Zunächst wird die Wahrnehmung durch verminderte Hirnaktivität eingeschränkt. Seh- und Hörvermögen lassen nach und die Atmung wird flacher.

Häufig wollen Sterbende weder Nahrung noch Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Führt man ihm beides dennoch zu, wird der Sterbeprozess verlängert – nicht aber aufgehalten. Bei einer Flüssigkeitsunterversorgung sendet das Gehirn körpereigene Opiate aus. Sie sorgen dafür, dass sich das Bewusstsein irgendwann beruhigt und Schmerz nicht mehr so stark empfunden wird.

Tritt irgendwann der Herzstillstand ein, kann irgendwann weniger Minuten der Hirntod folgen. Tot ist der Mensch dann noch nicht. Eine kurze Zeitspanne bleibt noch für die Reanimation. Durch eine Herzmassage und eine Versorgung mit Sauerstoff kann der Mensch ins Leben zurückgeholt werden. Nach spätestens fünf Minuten jedoch ist das Hirn irreversibel geschädigt. Aber einzelne Komponenten des Organismus bleiben lebendig.

Nach 15 Minuten sterben die Herzzellen. Nach über einer Stunde die Lunge, dann die Nieren, der Magen-Darm-Trakt und nach drei Tagen das Sperma. Da ist der Körper bereits totenstarr. Die Haut ist blass und mit einem grünblauen Netz aus hervortretenden Adern und Venen überzogen. Erst zwölf Tage später löst sich die Muskelstarre völlig. Das ist die biologische Seite des Todes. Aber es gibt auch eine psychologische Seite des Sterbens, die erst Anfang der 80`er Jahre Beachtung fand.

Das passiert mit dem Körper nach dem Tod

Diese Dinge passieren mit dem Körper nach dem Tod:

  • Die Haut trocknet langsam aus und fällt ein. Folglich sieht es aus, als ob Haare und Nägel nach dem Tod weiter wachsen würden.
  • Alle Muskeln fangen langsam an zu erstarren. Aufgrund eines Molekülmangels tritt die Totenstarre ein und der Körper wird steinhart.
  • Nachdem sich die Totenstarre aufgelöst hat, entspannen sich die Muskeln. Möglicherweise führt das dazu, dass Urin ausgeschieden wird und dass der Darm sich entleert.
  • Befindet sich noch Luft in der Lunge und wird der Leichnam bewegt, kann es passieren, dass der Leichnam stöhnt oder anderweitige Geräusche von sich gibt.
  • Da das Blut nicht mehr durch die Adern fließt, sinkt es durch die Schwerkraft ab und es bilden sich fleckige Verfärbungen an der Haut.
  • Der Verwesungsprozess tritt ein. Darmbakterien sorgen für einen unangenehmen Geruch.

Die Einstellung von Menschen gegenüber dem Tod

Die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross war eine Pionierin der Sterbeforschung. In ihrem 5-Phasen-Modell beschreibt sie die verschiedenen, variierenden Einstellungen ihrer sterbenden Patienten dem Tod gegenüber, wobei die einzelnen Phasen in der Reihenfolge variieren können und nicht alle auftreten müssen.

Die Leugnung, dass man stirbt und der Rückzug des Kranken. Der Zorn und das Auflehnen, manchmal verbunden mit aggressiven Verhalten gegenüber Angehörigen. Das Verhandeln mit dem Schicksal und der Versuch, dem drohenden Geschick zu entkommen. Die Depression und das Gefühl des Alleinseins, vor dem übermächtigen Tod. Und im besten Fall: Die letztendliche Akzeptanz des Todes.

Vor allem kommt es wohl auf den einzelnen Menschen an, wie er stirbt. Ob gefasst und in sich ruhend. Oder zerrissen und gequält. Jeder Sterbeprozess ist wie die Geburt und das Leben ein individueller Vorgang. Es ist wohl ein immer neues, in vielem unerforschtes Zusammenspiel aus Körper, Seele und Spiritualität.