Gibt es Vampire wirklich?

Sie schlafen in Särgen und meiden das Sonnenlicht ebenso wie Kruzifixe und Knoblauch. Sie sind blass und es dürstet sie nach menschlichem Blut, denn das ist ihr Lebenselixier. Die Rede ist von Vampiren! Doch gibt es Vampire wirklich, oder sind sie nur Fabelwesen und nichts anderes als ein gruseliger Mythos, den sich Menschen ausgedacht haben? Wir klären auf.

Gibt es Vampire wirklich?

Gibt es Vampire? Nun, bevor man sich diese Frage stellt, sollte man genauer definieren, was man eigentlich unter einem Vampir versteht? Meint man einen klassischen, eigentlich schon toten Blutsauger, der mit Superkräften ausgestattet womöglich schon seit Tausenden von Jahren sein Unwesen treibt? Nun, das es solche Vampire gibt ist nicht bewiesen und das klingt auch ziemlich unwahrscheinlich – allerdings heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Was es allerdings gibt, das sind Menschen, die unter dem Renfield-Syndrom, besser bekannt als klinischer Vampirismus, leiden.

Der klinische Vampirismus

Als Renfield Syndrom bezeichnet man eine schwere psychische Störung, bei sich Betroffene äußerst stark zum menschlichen oder tierischen Blut hingezogen fühlen. In der Regel sind es Männer, die vom klinischen Vampirismus betroffen sind. Man vermutet, dass der Hang zum Blutkonsum aus der sexuellen Motivation heraus geschieht. Die Betroffenen erlangen durch das Blut trinken eine ungemeine Befriedigung und befinden sich in einer Art Rauschzustand. Sie sind der Meinung, das Blut verleihe ihnen mystische Kräfte und neues Leben. Der klinische Vampirismus ist natürlich sehr gefährlich. Das gilt für Betroffene sowie für ihre Mitmenschen!

Das Renfield Syndrom

Mediales Interesse erweckte beispielsweise ein Fall aus Texas, als ein 19-jähriger Mann in die Wohnung einer Frau einbrach und sie in den Hals biss und ihr Blut aussaugte. Bei der anschließenden Festnahme gab der Mann an, ein über 500 Jahre alter Vampir zu sein, den man einsperren müsste, da er Blut trinken müsse, jedoch niemandem wehtun möchte. Psychologen vermuten einen Zusammenhang der Ursachen des Renfield Syndroms mit traumatischen Erlebnissen in der Kindheit. Womöglich haben sich Betroffene als Kinder verletzt und stark geblutet und anschließend „Blut geleckt“ und dabei ein angenehmes, schmerzstillendes Gefühl empfunden.

Nach der Pubertät empfindet man den Blutgeschmack nicht nur als angenehm, sondern möglicherweise auch als sexuell erregend. Der klinische Vampirismus wird in drei Phasen unterteilt. Die erste Phase bezeichnet man als Autovampirismus und als die Phase, bei dem die Betroffenen ihr eigenes Blut trinken. Danach gehen die Betroffenen zur nächsten Phase über und erlangen Befriedigung durch das Trinken tierischen oder menschlichen Blutes. An menschliches Blut gelangen sie beispielsweise durch Gleichgesinnte oder das Entwenden von Blutkonserven. Die dritte Phase ist am gefährlichsten. Dann sind Vampire nichts anderes als gefährliche Suchtkranke, die anderen Menschen alles antun würden, um an ihr Blut zu gelangen.

Gibt es Vampire: ja oder nein?

Gibt es Vampire oder gibt es sie nicht? Nun, die Antwort lautet eindeutig jein! Es gibt Menschen, die sich wie Vampire kleiden, wie Vampire aussehen und wie Vampire leben. Sie stillen ihren Blutdurst im Geheimen und haben einen oder mehrere „Spender“, andere wiederum gehen offen damit um und gehören sogenannten Blutzirkeln an.