Edgar Cayce: Der schlafende Prophet

Seit vorgeschichtlichen Kulturen bis in die moderne Zeit hinein, hat der Mensch die Zukunft vorhersehen wollen. Die Fähigkeit, in Zeit und Raum sehen zu können, ist eine seltene Gabe und nur wenige Auserwählte können dies. Doch es gab einen Mann, dessen prophetische Gaben selbst die hart gesottensten Skeptiker immer wieder verblüfften und dessen Fähigkeiten weit über die Hellsichtigkeit hinausgingen. Die Rede ist von Edgar Cayce!

Die Voraussagen des Edgar Cayces übertreffen unser aller Vorstellungsvermögen. Mit nur achtjähriger Schulbildung entdeckte er Geheimnisse der Geschichte, von denen kein Historiker wusste. Casey war mit Sicherheit das begnadetste Medium des 20.`Jahrhunderts. Er sagte Kriege voraus, den Tod von Präsidenten, die Zukunft der Medizin und er beschrieb umfassende Veränderungen der Erde, die sonst nur Wissenschaftler beschreiben konnten. Doch damit nicht genug: Er diagnostizierte Krankheiten und heilte sie sogar. Und all das tat er im Schlaf, was ihm den Beinamen „Schlafender Prophet“ einbrachte.

Edgar Cayce: Der schlafende Prophet

43 Jahre seines Lebens besaß Edgar Cayce die Fähigkeit, sich selbst in Trance zu versetzen und anderen Menschen detaillierte Antworten auf ihre Fragen über buchstäblich alles in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu geben. Viele sehen in Edgar Cayce den vielleicht bedeutendsten Hellseher aller Zeiten.

14306 Protokolle seiner als Readings bezeichneten Sitzungen sind bei der Association for Research and Enlightenment (A.R.E.) in Virginia Beach / USA archiviert und katalogisiert. Sie sind die größte Sammlung derartigen Materials, dass von einer einzigen Quelle stammt. Edgar Cayce behandelte viele verschiedene Themen. Nostradamus hingegen war einseitiger. Doch wie Nostradamus ist auch Edgar Cayce zu Lebzeiten ein gefragter Mann.

Wie der französische Hellseher, setzte auch Cayce seine Fähigkeiten immer für andere ein. Beide Propheten widmeten ihr Leben dem Dienst an ihren Mitmenschen. Beide waren stark an Medizin und Heilung interessiert. Doch Nostradamus war studierter Mediziner und Arzt. Cayce nur ein Intuitionsdiagnostiker der besonderen Art. Beide begannen als Heiler und wurden später berühmte Propheten.

Die Biographie von Edgar Cayce

Edgar Cayces besonderes Leben beginnt am 18. März 1877 in Hopkinsville, einem kleinen Tabak-Anbaudorf im ländlichen Kentucky, USA. Er stammt aus typisch ländlichen, amerikanischen Mittelstandsfamilie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Man ging Sonntags in die Kirche und lebte vom Tabak-, Mais- und Weizenanbau,  sowie von der Viehzucht.

Cayce war ein ziemlich sonderbares Kind, wie es sich Eltern eigentlich nicht wünschen. Als Kind wunderte er sich als er entdeckte, dass andere Kinder nicht die selben Erlebnisse hatten, wie er. Als Junge hat Edgar oft Visionen, wenn er im Wald sitzt und in der Bibel liest. Nachdem sein Großvater in einem Teich ertrunken war, berichtet der Junge Cayce, dass er ihm regelmäßig auf der Farm begegnet. Es wird auch gesagt, dass er den Inhalt ganzer Bücher kennt, wenn er sie nur unter sein Kopfkissen legt.

Sein erstaunlichstes Talent jedoch, dass ihm den Beinamen „Schlafender Prophet“ einbringt, entdeckt Cayce erst viele Jahre später, nachdem er als knapp 20-jähriger seinen Job als Versicherungsvertreter an den Nagel hängen musste. Aufgrund einer Kehlkopfentzündung verliert er seine Stimme und nimmt einen Job als Fotograf an. Als seine Krankheit nicht besser wird, sucht er ärztliche Hilfe. Auf Anraten eines befreundeten Arztes versetzte sich Cayce in Selbsthypnose. Was dann geschieht, bestimmt Cayces weiteren Lebensweg.

Edgar Cayce: Der Heiler mit dem Röntgenblick

Am 30. März 1901 lag Edgar Cayce entspannt auf einer Couch und versetze sich selbst in Hypnose. Dann erstaunte er seine Eltern und andere Mitanwesende im Raum, indem er die Erkrankung seines Kehlkopfes und den Behandlungsablauf genau beschrieb. Im Schlaf spricht Edgar Cayce mit klarer Stimme und beschreibt detailliert nicht nur seine Krankheit, sondern auch deren Heilung. Bald kommen Patienten von überall her, um von dem Mann mit den Röntgenaugen untersucht und geheilt zu werden.

Edgar Cayce sah die Menschen mit stechendem Blick an und durchschaute ihren Körper. Praktisch so, als wäre er ein Röntgenapparat. Die Terminologie in der er sprach, war rein medizinisch. Im Jahr 1905 gab er Ärzten den Rat, den komplizierten Beinbruch eines Dorfbewohners namens George Dalton mithilfe eines Nagels zu fixieren. Die Ärzte sagten, Dalton könne nie wieder gehen – doch er konnte es. Es war die erste Knochennagelung in der Medizingeschichte.

Im Sommer des Jahres 1911 prognostizierten Ärzte, dass die Frau von Edgar Cayce ganz sicher an einer schweren Tuberkulose sterben wird. Doch aufgrund seiner Behandlung überlebt sie und wird wieder vollständig gesund. In der New York Times loben Ärzte Cayces Fähigkeiten und sein Ruf als Heiler wächst rasant. In Trance ist seine Terminologie die eines Professors der Nervenanatomie, obwohl Cayce ein medizinisch ungebildeter Mann ist.

Cayce als Medium

Cayces detaillierte Aussagen sind erstaunlich und seine Vorgehensweise ist sehr einfach. Er legte sich einfach auf eine Couch, lockerte seine Krawatte, den Kragen und die Schuhbänder, faltete die Hände auf dem Bauch und entspannte sich. Nach etwa 30 – 60 Sekunden begannen seine Augenlider zu flattern. Dann war der richtige Moment gekommen, um Fragen an Edgar Cayce zu richten. Er musste nur den Namen der fragenden Person wissen und den Ort der Sitzung.

Ganz gleich, ob er eine Diagnose abgibt oder die Zukunft voraussagt: Sobald er die Augen aufmacht, hat er alles wieder vergessen! Er erinnerte sich an nichts mehr, was er während der Sitzungen gesagt hatte. Logischerweise nutzen das einige seiner Kunden aus. Sie streuten beispielsweise Fragen ein, welches Rennpferd gewinnen wird und wie sich die Börse entwickelt. So machten sie Profit.

Nachdem einige Leute durch Cayces Voraussagen reich geworden sind, leidet er unter entsetzlicher Migräne. So bald egoistische Motive im Spiel waren, war es so, als spiele ein Radarschirm verrückt. Er konnte sich nicht mehr einstimmen und wurde magenkrank. Schlussendlich entschied er: „Ich mache das nicht mehr!“ Im Jahr 1912 lässt ein enttäuschter Edgar Cayce Hopkinsville und die Hellseherei hinter sich und zieht mit seiner Frau und seinem Sohn nach Alabama, wo er wieder als Fotograf arbeitet.

Alsbald erkannte er jedoch, dass es seine Bestimmung sei, den Menschen zu helfen. Allerdings bestand er darauf, dass seine Frau in den Sitzungen die Fragen stellte, so dass so etwas wie in Hopkinsville nicht wieder passieren konnte.

Die Visionen des Edgar Cayce

Während Europa in den 20`er Jahren immer noch unter den Folgen des 1. Weltkriegs leidet, genießen jenseits des Atlantik die USA ihren Aufstieg zur Weltmacht. Es ist eine Zeit der Veränderungen. Große Firmen entstanden. Die Technik machte Riesenfortschritte und die Amerikaner wandelten sich von einer einfachen zu einer sehr viel komplexeren Gesellschaft. Edgar Cayce ist, ebenso wie die großen Schauspieler und Dichter, eine sehr bekannte Persönlichkeit dieser Zeit.

Die Menschen die zu Cayce kommen, wollen alles Mögliche von ihm wissen. Ölsucher wollen beispielsweise die Lage von Ölquellen wissen. Einige der bemerkenswerten Readings vor 1923 befassen sich sehr genau mit Öl und Geophysik. Edgar Cayce schilderte die geophysikalische Beschaffenheit von Fundorten sehr genau und er hatte immer Recht! Auch Prominente suchen ihn auf. Thomas Edison befragte ihn zu der Natur der Elektrizität,  der US-Präsident Woodrow Wilson konsultierte ihn wegen Herzproblemen.

In seinen Readings befasste sich Edgar Cayce mit einer großen Vielfalt von Themen. Seine Voraussagen zur Weltgeschichte, mit genauen Daten und anschaulichen Beschreibungen der bevorstehenden Ereignisse, belegen seine prophetische Gabe. Einige seiner Prophezeiungen zum Weltgeschehen sind absolut furchterregend! Unter anderem sagte er vier Jahre zuvor die große Wirtschaftskrise und den Börsencrash in den USA, und im Jahre 1931 auch deren baldiges Ende im Frühjahr 1933 präzise voraus.

Cayce sah auch den 2. Weltkrieg voraus. Und das lange zuvor, bevor irgendjemand auch nur daran dachte. Im Jahre 1935 hatte Edgar Cayce eine Sitzung mit einem Speditionskaufmann, der etwas über die künftige Weltpolitik erfahren wollte. Cayce sagte voraus, dass es ein Bündnis zwischen Deutschland, Österreich und Japan geben werde. Er sagte auch, dass die ganze Welt in Flammen aufgehen würde, wenn nicht eine göttliche Kraft eingreift. Er sagte den Beginn und das Ende des 2. Weltkrieges präzise voraus.

Aussagen von Edgar Cayce über Atlantis

In den 20`er Jahren machte er eine Reihe von Prophezeiungen, über die man noch heute spricht. Die vielleicht erstaunlichste Aussage Cayces zur Geschichte hat mit dem sagenhaften, untergegangenen Atlantis zu tun. Nach Edgar Cayces Ansicht war Atlantis der erste Garten Eden. Dieser existierte schon vor dem in der Bibel beschriebenen Garten Eden, in dem Adam und Eva lebten und der zwischen Euphrat und Tigris lag. Edgar Cayce sah Atlantis als mächtigen Kontinent mitten im Atlantik.

Er war einst von Menschen bewohnt, die die Kräfte des Universums gut kannten und sich dieses Wissen zu nutzen machten. Doch Nach Caseys Aussagen missbrauchten die Menschen von Atlantis diese übernatürlichen Kräfte, weswegen Atlantis auch in einer gewaltigen Naturkatastrophe vor einigen zehntausend Jahren unterging. Eine sehr detaillierte Prophezeiung Cayces besagt, dass Atlantis im Jahre 1968 wieder auftaucht. Das passierte zwar nicht. Doch in exakt jenem Jahr wird eine seltsame Felsformation bei den Bahamas entdeckt, die als Straße von Bimini bekannt wird.

Die meisten Geologen halten sie für Uferfelsen, die parallel zum Strand abgebrochen sind. Doch am Ende machen sie einen j-förmigen Boden, was ungewöhnlich ist. Niemand hat bisher einen schlüssigen Hinweis darauf der beweist, dass Atlantis unter den Bahamas liegt. Doch folgt man Cayce, ist Bimini nicht die einzige Verbindung zum verschwundenen Kontinent. Laut dem Medium sollen die Bewohner vor dem Untergang des Kontinents Aufzeichnungen über ihre Geschichte sowie ihr Wissen an anderen Orten versteckt haben.

Woher hatte Edgar Cayce seine Fähigkeiten?

Edgar Cayce behauptet, dass wir mit etwas Übung das selbe wie er machen könnten. Man muss nur willens sein, den Preis zur Entwicklung dieser Fähigkeiten zu zahlen. Und der lautet schlichtweg: Selbstlosigkeit! Cayce beschrieb sogar, woher er die Informationen hat, die er in Trance empfing. Er sagte, sie kämen aus dem Unterbewusstsein jener Personen, für die er die Sitzung macht und aus der Akasha-Chronik, einer Universalquelle der Weisheit, die alles über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit enthält. Edgar Cayce sagte, dass es letztendlich weder Raum noch Zeit und Zukunft oder Vergangenheit gibt, wenn man alles aus der höchsten Dimension heraus betrachtet. In einem faszinierenden Moment des Ausdrucks passiert alles gleichzeitig. Zeit sei nur eine Illusion, die einem bestimmten Zweck dient.

Edgar hatte in den Readings für sich selbst erfahren, dass er nicht mehr als zwei Sitzungen am Tag abhalten sollte. Nicht mehr als eine am Morgen und eine am Nachmittag, weil sie ihn emotional auslaugten. Aber er konnte nicht „nein“ sagen und das führte schließlich zu seinem Zusammenbruch. Im Sommer des Jahres 1944 führte er bis zu acht Sitzungen am Tag durch. Im September 1944 erleidet der erschöpfte Edgar Cayce einen Schlaganfall. Er stirbt am 3.Januar 1945 in Virginia Beach.