Die Weissagungen des Mühlhiasl

Ist von berühmten deutschen Sehern die Rede, so spricht man nicht nur über Alois Irlmaier, sondern auch über den Mühlhiasl, den sagenumworbenen Waldpropheten aus dem Bayerischen Wald. Ob der Mühlhiasl wirklich gelebt hat, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Obwohl seine Existenz weder durch ein authentisches Bildnis noch irgendwelche Schriftstücke eindeutig belegt werden kann und nur auf mündlichen Überlieferungen beruht,  gilt sie dennoch als sehr wahrscheinlich. Bei den Weissagungen des Mühlhiasl handelt es sich um mündliche Überlieferungen, die seit nun mehr über 200 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Der Waldprophet Mühlhiasl

Der Legende nach soll der geheimnisumwitterte Mühlhiasl vor über 200 Jahren, also gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelebt haben. Man sagt, dass er ein Einzelgänger gewesen sein soll, der zurückgezogen im Dickicht des Bayerischen Waldes lebte und den Kontakt zu seinen Mitmenschen weitestgehend scheute. Alten Überlieferungen zufolge suchte der Waldprophet bestimmte Kraftareale in den Bergen auf, wo ihm energetische Strahlen zu seinen teils überaus düsteren Visionen verhalfen. Seine Prophezeiungen gab er stets ungefragt von sich. Dabei soll er regelrechte Anfälle gehabt haben und wie im Delirium zu seinen Zuschauern gesprochen haben. Mühlhiasl Prophezeiungen endeten stets mit den Worten: „Kein Mensch will`s glauben …“

Die Weissagungen des Mühlhiasl

Die Weissagungen des Mühlhiasl bezogen sich vielfach auf die damalige ferne Zukunft und die heutige Zeit. Vieles von dem, was der Mühlhiasl prophezeit hat, hat sich bereits erfüllt. Allerdings muss man anmerken, dass seine Prophezeiungen teils auch sehr vage waren und voller Symbolik steckten. Wie bei den meisten Prophezeiungen lassen auch die Weissagungen des Mühlhiasl sehr viel Spielraum für Interpretationen zu. Es ist auch nicht auszuschließen, dass durch die Mundpropaganda einige Geschehnisse nachträglich dem Mühlhiasl zugeschrieben wurden. Kritiker hinterfragen die tatsächliche Existenz des Waldpropheten ebenso wie den Wahrheitsgehalt seiner Prophezeiungen. Dennoch haben sie bis heute überdauert. Das liegt hauptsächlich daran, dass uns seine bekannteste Prophezeiung, nämlich eine Zeit, die der Mühlhiasl als „Zeit des Bänkeabräumens“ bezeichnete, sehr erschaudern lässt. Diese Zeit bringt einen „kommenden letzten Krieg mit sich“ und diesem gehen bestimmte Vorzeichen voraus.

Mühlhiasls Vorzeichen für den 3. Weltkrieg

Den Anbeginn des 3. Weltkriegs und die „Zeit des Bänkeabräumens“ erkennt man an folgenden Vorzeichen. Wie sich unschwer erkennen lässt, ist ein Großteil dessen, was der Mühlhiasl ankündigte, bereits eingetroffen.

  • Wägen fahren ohne Ross und Deichsel. (Automobil)
  • Zweirädrige Karren fahren so schnell, dass weder Ross noch Hund mitlaufen können. (Motorrad)
  • Die Leute können in der Luft fliegen. (Flugzeuge, Hubschrauber)
  • Bauern benehmen sich wie Städter und Städter benehmen sich wie Narren.
  • Man kann Männer und Frauen nicht mehr voneinander unterscheiden. (Moderne Gesellschaft, Frauen tragen Kurzhaarschnitte und Hosen)
  • Es gibt nur noch rote Hausdächer. (Dachziegel sind überwiegend rot)
  • Alles geht drunter und drüber.
  • Einerlei Geld kommt auf. (Euroeinführung)
  • Es wird viel Geld (Papierflanken) gedruckt, die Leute kriegen nicht genug davon.
  • Kurze Sommer. Winter und Sommer unterscheiden sich nicht mehr voneinander. (Klimawandel)
  • Christen spotten über ihren eigenen Glauben. Die Religion wird so klein, dass sie in einen Hut reinpasst. (Glaubensabfall)

Der letzte Krieg wird der Bänkeabräumer sein

Den Überlieferungen zufolge soll der 3. Weltkrieg zwar nicht lange andauern, dafür aber umso mehr Opfer fordern. Der Mühlhiasl prophezeite viel Blut und Leichen in der Zeit des Bänkeabräumens. Die Menschen werden wieder den Herrgott anflehen, doch es wird ihnen nichts nützen. Sie werden unheilbar krank werden und sterben und nur Wenige werden es überleben. Wer den 3. Weltkrieg überleben will, muss einen „Eisernen Kopf“ (Helm?) anhaben. Danach soll aber eine schöne Zeit anbrechen und es wird tausend Jahre Frieden auf der Erde herrschen.