Die Malachias Prophezeiung der Päpste

Seit vorgeschichtlichen Kulturen bis in die moderne Zeit hinein, hat der Mensch die Zukunft vorhersehen wollen. Doch nur wenige Auserwählte können dies wirklich. Die Prophetie hat eine lange und umstrittene Geschichte. Können Seher wirklich die Zukunft voraussagen, oder sind es nur Visionen? Kritiker behaupten, dass Propheten wie Bogenschützen agieren, die einen Pfeil abschießen und anschließend den Zielkreis um die Einschlagstelle malen. Sie machen vage Aussagen, die verschieden verstanden werden können und hoffen, dass ihre Leser die passende Interpretation zu ihren Deutungen finden. Dennoch gibt es einige Propheten, deren unheimliche Voraussagen die Jahrhunderte überdauern und heute sogar noch unheilvoller klingen, so wie die Papstprophezeiungen des heiligen Malachias. Die Malachiasweissagung ist eine aus 112 kurzen Sinnsprüchen bestehende Prophezeiung über alle Päpste.

Die Malachias Prophezeiung

Malachias ist im 12. Jahrhundert Bischof in Irland. Bei einem Besuch in Rom im Jahr 1139 hatte er eine Vision. Er sieht eine Reihe lateinisch geschriebener Sätze, die 111 Päpste benennen, welche die katholische Kirche bis zum Weltende leiten werden. Daraufhin verfasste er eine Weissagung mit 111 Sinnsprüchen, die Charakter, Namen, Schicksal oder Wappen jedes Papstes bis zum jüngsten Gericht bezeichnen. Viele dieser Sätze und Sinnsprüche sind viel zu präzise, um als Zufälle gelten zu können. Johannes XXIII., der 107 Papst der Prophezeiung, wird in der Malachiasweissagung als „Pastor et nauta“ bezeichnet, was „Priester und Seemann“ bedeutet. Vor seiner Papstwahl im Jahr 1958 war er Bischof von Venedig, einer Seefahrerstadt. Paul VI. heißt in der Malachias Prophezeiung „Flos florum – Blumen zwischen Blumen“, sein Wappen zeigt eine Lilie unter Lilien.

Mit Petrus Romanus endet die Malachiasweissagung

Papst Johannes Paul II wurde in der Malachias Prophezeiung als „De labore solis“ bezeichnet, was übersetzt so viel wie „Drangsal der Sonne“ bedeutet. Papst Johannes Paul der Zweite ist der einzige Papst, der während einer Sonnenfinsternis geboren und ebenso während einer Sonnenfinsternis beerdigt wurde. Laut der Malachias Prophezeiung soll der am 28. Februar 2013 von seinem Amt zurückgetretene Papst Benedikt XVI. gleichzeitig auch der letzte Papst der katholischen Kirche gewesen sein. Diesen bezeichnete Malachias als „Gloria olivae – Ruhm des Olivenbaums“. Doch wie passt das zusammen? Nun, in der Bibel steht geschrieben, dass Jesus seinen Jüngern die Endzeit-Prophezeiungen auf dem Ölberg – einem Hain voller Olivenbäume – in Jerusalem gab. Da der Malachiasweissagung nach mit Benedikt XVI. die Endzeit eingeleitet wird, ist auch der Sinnspruch für diesen Papst sehr zutreffend.

Hat die Endzeit schon begonnen?

Es heißt, ans Ende der Liste habe Malachias einen letzten, beklemmenden Satz gesetzt, der unnummeriert geblieben ist. Dort heißt es: „Während der letzten Verfolgung wird die heilige, römisch-katholische Kirche von Petrus Romanus, dem Petrus der Römer geführt. Er wird die Schafe unter vielen Drangsalen weiden. Danach wird die Stadt auf den sieben Hügeln zerstört und der furchtbare Richter wird sein Volk richten. Ende“ Beschreibt Malachias das Ende der katholischen Kirche, oder das Ende der uns vertrauten Welt? Ist Petrus Romanus der letzte Papst nach Benedikt XVI. und hat die Endzeit schon begonnen? Einige Experten glauben, dass beide ein und dieselbe Person sind, weil der Spruch unnummeriert geblieben ist.